Warum ich keine Fotos von Personen brauche, aber ein aussagekräftiges Logo sehr wichtig ist.

— 29.10.2024 / 04.04.2026, Dieter Wiemkes —
Online scheint ein Profilbild für viele fast selbstverständlich zu sein. Ein Gesicht soll Nähe schaffen, Vertrauen erzeugen und Persönlichkeit zeigen.
Ich sehe das anders.
Ich benötige kein Profilbild, um jemandem zu vertrauen. Und ich brauche auch keines, um selbst vertrauenswürdig zu wirken. Ein Bild zeigt mir zunächst nur, dass hinter einer Website ein Mensch und kein Bot steht. Mehr nicht. Selbst diese simpel interpretierbare Offensichtlichkeit muss inzwischen jedoch bezweifelt werden.
Für mich kommt es nicht auf ein Gesicht an, sondern auf Werte, Verhalten und das, was jemand tatsächlich zeigt.
Ein Profilbild sagt nichts darüber aus, wie jemand arbeitet, wie zuverlässig jemand ist, wie klar jemand denkt oder ob eine Zusammenarbeit am Ende wirklich funktioniert.
Trotzdem urteilen Menschen sehr schnell anhand eines Fotos: sympathisch oder nicht, professionell oder nicht, vertrauenswürdig oder nicht.
Genau das halte ich für problematisch. Denn der erste Eindruck ist oft nur eine Oberfläche.
Das ist meine persönliche Erfahrung: Ein Bild allein schafft für mich kein Vertrauen.
Es kann etwas andeuten. Es kann Aufmerksamkeit erzeugen. Es kann sogar sympathisch wirken. Aber Vertrauen entsteht dadurch noch lange nicht.
Vertrauen zeigt sich für mich erst in der Haltung, in der Sprache, in der Klarheit, in der Leistung und oft auch erst mit der Zeit.
Entweder man vertraut sich — oder man vertraut sich nicht.
Und manchmal zeigt sich überhaupt erst am Ende, wie tragfähig eine Beziehung wirklich war. Auch lange persönliche Nähe schützt nicht vor Enttäuschung.
Mein Marketing bezog sich immer auf die Leistung und auf den Namen. Beides ist im Logo sichtbar.
In einem Gesicht sehe ich dagegen wenig von dem, worauf es mir wirklich ankommt.
Ein Logo ist für mich konzentrierter. Es behauptet nichts über Aussehen, Alter oder Inszenierung. Es steht eher für das, was jemand aufbauen möchte: Wiedererkennbarkeit, Haltung und Charakter.
Manche benutzen Fotos, die zehn oder fünfzehn Jahre alt sind. Andere bearbeiten ihre Bilder stark. Auch das zeigt: Ein Foto ist schnell Teil einer Selbstdarstellung, die mit der Realität nur teilweise zu tun hat.
Ich selbst bin nicht fotogen, wie man auf den Bildern sehen kann, die ich aus einem alten Foto mit Midjourney und Niji im Disney-Pixar-Stil bearbeitet habe.
Aber genau das ist für mich am Ende zweitrangig. Wichtig ist nicht, wie jemand aussieht, sondern wie jemand denkt, handelt und kommuniziert.
Selbstverständlich soll jede und jeder das so handhaben, wie es zur eigenen Persönlichkeit und Arbeit passt. Wer ein Profilbild nutzen möchte, soll das tun. Für mich persönlich ist es jedoch nicht entscheidend für das Vertrauen.
Ich will Profilbilder nicht grundsätzlich schlechtreden. Sie können sinnvoll sein, wenn persönliche Nähe ein wichtiger Teil des Angebots ist oder wenn die Person selbst stark im Mittelpunkt steht.
Aber auch dann gilt für mich: Das Bild kann unterstützen, doch es ersetzt nicht die Substanz.

Die geschwungene Typografie soll an Wellen erinnern, wie sie im Zyklus des Lebens selbst und von Produkten oder Unternehmen vorkommen. Sie symbolisiert aber auch die realen Wellen der Weser. Ich lebe direkt am Fluss und somit am nahen Meer.
Der orangefarbene Punkt in meinem Logotype entspricht einem auf den Wellen tanzenden Ball, der für das Leben, ein Unternehmen oder Produkt stehen soll, das auf den Wellen, also in den Zyklen, immer oben bleibt und nicht untergeht.
Unser entsprechender Slogan lautete früher:
Nein.
Oft ja.
Inhalte und Verhalten.
Nein. Ein Profilbild kann unterstützend wirken, ist aber keine Voraussetzung für Vertrauen. Entscheidend sind Inhalte, Haltung, Konsistenz und nachvollziehbare Leistung.
In vielen Fällen ja. Ein Logo kann die eigene Leistung, den Namen und den Charakter eines Auftritts sichtbarer machen, ohne zur vorschnellen Bewertung einer Person einzuladen.
Vertrauen entsteht vor allem durch gute Inhalte, erkennbare Werte, klare Kommunikation und eine stimmige Gesamtwirkung.