„Ich bin ...“ hat ein besseres Standing!

Begründungen, weshalb Sie „ich bin ...“ sagen sollten. — 10.01.2023 / 22.06.2026, Dieter Wiemkes —
Eines der wichtigsten Grundbedürfnisse des Menschen ist es, geachtet und respektiert zu werden. Mit der Formulierung „mein Name ist ...“ erniedrigt man sich jedoch unbewusst von vornherein selbst. Es entsteht der Eindruck, man wolle sich für den Namen entschuldigen, da man ihn schließlich nicht selbst wählen konnte. Der Name scheint dem Vorstellenden von vornherein die Kehle zuzuschnüren. Die Entschuldigung klingt förmlich mit: „Es tut mir leid, aber ich konnte nichts dafür, dass ich diesen Namen erhalten habe.“
Diese Form der Selbstdarstellung ist abwertend und nicht mehr zeitgemäß („Mein Name ist James Bond“).
Warum nicht gleich zu Beginn deutlich machen, dass man zu sich und seinem Namen
steht?
Mit dem selbstbewussten Satz: „Guten Tag, ich BIN Max
Mustermann“ suggeriert man, dass man etwas repräsentiert, für etwas steht.
Das klingt schon beim
ersten Kennenlernen nach einem gewissen Standing, das man sich erarbeitet hat.
Es vermittelt den Eindruck, dass da jemand ist, der im Hier und Jetzt zu sich selbst
steht und das auch selbstbewusst vertritt!
Und es impliziert einen vorhandenen
Hintergrund, der auch den Respekt suggeriert, den man seinem Gegenüber
entgegenbringt.
Dieses Gegenüber hat es nicht mehr mit einem nichtssagenden Namen zu tun,
sondern mit einer Person, die ihr Selbstbewusstsein lebt.
Stellen Sie sich vor, Taylor Swift würde sich mit „Mein Name ist Taylor Swift“ vorstellen. Das wäre angesichts Ihres Bekanntheitsgrades lächerlich. Natürlich würde sie sagen: „Ich bin Taylor Swift“. (Auch Gott würde nicht sagen: "Mein Name ist Gott", sondern: "Ich bin Gott".😉)

Oder stellen Sie sich vor, auf dem Bild oben würde sich die Person auf der rechten
Seite bei der Person auf der linken Seite mit „Hallo, mein Name ist Max“ vorstellen.
Das passt doch gar nicht, wirkt distanziert-abweisend, verklemmt, aus der Zeit
gefallen und unrealistisch, oder?
„Hallo, ich bin Max“ klingt offener,
freundlicher, zeitgemäßer und glaubwürdiger.
Man sollte sich auch nicht mit dem Songtitel der Stones vorstellen: „Pleased to meet you, Hope you guess my name ...“ 😉
Wie wir sprechen, sagt viel darüber aus, wie wir uns selbst sehen – und welche Rollen wir übernehmen. Das gilt nicht nur für die Vorstellung des eigenen Namens, sondern auch für grundlegende Lebensentscheidungen: Warum hinterfragen wir den Wunsch nach Kindern so selten?